FAQ

Weshalb sind stadttauben häufig verletzt oder anderweitig hilfsbedürftig?

Anders als beispielsweise Ringeltauben oder Türkentauben sind Stadttauben keine Wildtiere, sondern von der domestizierten Form der Felsentaube abstammende, herrenlose Haustiere. Vom Menschen allein gelassen haben sie als Felsenbrüter keine andere Wahl, als die zahlreichen Nischen und Simse städtischer Gebäude als Nist- und Ruheplätze zu nutzen. Ein Ausweichen aufs Land ist ihnen nicht möglich. Artgerechte Nahrung in Form von Körnerfutter finden sie in der Stadt aber nicht, weshalb sie gezwungen sind, sich von Abfällen zu ernähren. Diese sind selbsterklärend gänzlich ungeeignet und machen die Tiere krank. Überdies ziehen sich viele Stadttauben im Zuge ihrer ganztägigen fußläufigen Suche nach Nahrung schwere Verletzungen zu. Am Boden liegende Haare und Fäden wickeln sich um ihre Füße, schnüren sich ein und verursachen das qualvolle Absterben betroffener Glieder.

Mit der Einrichtung eines Taubenwagens am Innenstadtring kann diesem Elend ein kleines Stück weit entgegengewirkt werden, bietet der Wagen immerhin einem Teil der Paderborner Stadttauben ein Zuhause. Bevor der Betrieb des Taubenwagens aufgenommen werden kann, werden allerdings dringend noch weitere Helferinnen und Helfer gesucht!

Wie lässt sich die Stadttaubenproblematik Lösen?

Die Stadttaubenproblematik kommt dort zum Ausdruck, wo Menschen sich von den Tieren gestört fühlen, aber auch dort, wo die Stadttauben selbst leiden. Eine Lösung kann allein die professionelle Umsetzung des sogenannten Konzepts zur tierschutzgerechten Regulierung der Stadttaubenpopulation herbeiführen. Dieses Konzept wird in vielen Städten zum Teil bereits seit den 1980er-Jahren gewinnbringend praktiziert und besteht im Kern in der Einrichtung betreuter Taubenhäuser in der Nähe von Stadttaubenbrennpunkten. Durch die Gabe von artgerechtem Futter und Wasser lassen sich die Tiere davon überzeugen, beinahe ihre gesamte Zeit im Taubenhaus zu verbringen und dort auch zu brüten. So ist es möglich, gelegte Eier gegen Attrappen aus Plastik auszutauschen. Überdies landet der im Taubenhaus abgesetzte Kot nicht mehr dort, wo er stört, und kann unkompliziert entsorgt werden. Verantwortungsbewusste Städte wie beispielsweise Würzburg, die Taubenhäuser als selbstverständlichen Bestandteil ihrer Infrastruktur betrachten, werden den Interessen all derer, die von der Stadttaubenproblematik betroffen sind, gerecht.

Mithilfe der Stadt Paderborn haben wir inzwischen einen zum Taubenhaus umfunktionierten Bauwagen am Innenstadtring aufgestellt, in dem zumindest ein Teil der Paderborner Stadttauben einen Platz finden wird. Bevor der Betrieb des Taubenwagens aufgenommen werden kann, werden allerdings dringend noch weitere Helferinnen und Helfer gesucht!

Wie Kann ich helfen?

Helfen können Sie auf ganz unterschiedliche Weise. (1) Informieren Sie sich über Stadttauben und das Konzept zur tierschutzgerechten Regulierung der Stadttaubenpopulation und teilen Sie Ihr Wissen mit Ihren Mitmenschen, um zum Abbau unsachgemäßer Vorurteile, welche Tierquälerei Vorschub leisten, beizutragen. (2) Nehmen Sie Tierquälerei nicht hin, sondern treten Sie für den Schutz der zutiefst missverstandenen Stadttauben ein. (3) Verschließen Sie nicht die Augen, wenn Sie eine in Not geratene Stadttaube sehen, sondern nehmen Sie sich ihrer an. (4) Engagieren Sie sich in unserem Team. Wir danken Ihnen sehr!