FAQ

Weshalb sind stadttauben häufig verletzt oder anderweitig hilfsbedürftig?

Anders als beispielsweise Ringeltauben oder Türkentauben sind Stadttauben keine Wildtiere, sondern von der domestizierten Form der Felsentaube abstammende, herrenlose Haustiere. Vom Menschen allein gelassen haben sie als Felsenbrüter keine andere Wahl, als die zahlreichen Nischen und Simse städtischer Gebäude als Nist- und Ruheplätze zu nutzen. Ein Ausweichen aufs Land ist ihnen nicht möglich. Artgerechte Nahrung in Form von Körnerfutter finden sie in der Stadt aber nicht, weshalb sie gezwungen sind, sich von Abfällen zu ernähren. Diese sind selbsterklärend gänzlich ungeeignet und machen die Tiere krank. Überdies ziehen sich viele Stadttauben im Zuge ihrer ganztägigen fußläufigen Suche nach Nahrung schwere Verletzungen zu. Am Boden liegende Haare und Fäden wickeln sich um ihre Füße, schnüren sich ein und verursachen das qualvolle Absterben betroffener Glieder. Die Einrichtung betreuter Taubenhäuser in Paderborn würde diesem Elend entgegenwirken.

Wie lässt sich die Stadttaubenproblematik Lösen?

Die Stadttaubenproblematik kommt dort zum Ausdruck, wo Menschen sich von den Tieren gestört fühlen, aber auch dort, wo die Stadttauben selbst leiden. Eine Lösung kann allein die professionelle Umsetzung des sogenannten Konzepts zur tierschutzgerechten Regulierung der Stadttaubenpopulation herbeiführen. Dieses Konzept wird in vielen Städten zum Teil bereits seit den 1980er-Jahren gewinnbringend praktiziert und besteht im Kern in der Einrichtung betreuter Taubenhäuser in der Nähe von Stadttaubenbrennpunkten. Durch die Gabe von artgerechtem Futter und Wasser lassen sich die Tiere davon überzeugen, beinahe ihre gesamte Zeit im Taubenhaus zu verbringen und dort auch zu brüten. So ist es möglich, gelegte Eier gegen Attrappen aus Plastik auszutauschen. Überdies landet der im Taubenhaus abgesetzte Kot nicht mehr dort, wo er stört, und kann unkompliziert entsorgt werden. Verantwortungsbewusste Städte wie beispielsweise Würzburg, die Taubenhäuser als selbstverständlichen Bestandteil ihrer Infrastruktur betrachten, werden den Interessen all derer, die von der Stadttaubenproblematik betroffen sind, gerecht. In einer am 03.11.2018 gestarteten Petition fordern wir die Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Paderborn dazu auf, das Konzept ebenfalls umzusetzen. Inzwischen hat die Stadt erklärt, ihr erstes Taubenhaus realisieren zu wollen. In diesem Zusammenhang stehen wir ihr aktuell beratend zur Seite. Wer die Stadt ebenfalls unterstützen und sich ehrenamtlich an der Betreuung dieses Taubenhauses beteiligen möchte, melde sich gern bei uns!

Wie Kann ich helfen?

Helfen können Sie auf ganz unterschiedliche Weise. (1) Informieren Sie sich über Stadttauben und das Konzept zur tierschutzgerechten Regulierung der Stadttaubenpopulation und teilen Sie Ihr Wissen mit Ihren Mitmenschen, um zum Abbau unsachgemäßer Vorurteile, welche Tierquälerei Vorschub leisten, beizutragen. (2) Nehmen Sie Tierquälerei nicht hin, sondern treten Sie für den Schutz der zutiefst missverstandenen Stadttauben ein. (3) Verschließen Sie nicht die Augen, wenn Sie eine in Not geratene Stadttaube sehen, sondern nehmen Sie sich ihrer an. (4) Engagieren Sie sich in unserem Team. (5) Unterstützen Sie die Stadt Paderborn, indem Sie sich ehrenamtlich an der Betreuung ihres ersten Taubenhauses beteiligen. Wir danken Ihnen sehr!

Das nachfolgende Video wurde im Februar 2019 in Paderborn aufgenommen. Es zeigt eine Stadttaube, die wir am späteren Abend tot und mit deformiertem Schädel und Schnabel sowie blutunterlaufenen Augen unter einem der vielen Tische vor der Filiale einer Systemgastronomie aufgefunden haben. Die Art der Verletzung sowie der Fundort legen den dringenden Verdacht nahe, dass die Stadttaube Opfer mutwilliger Gewalteinwirkung durch eine menschliche Person geworden ist, die sich von dem verzweifelt nach Nahrung suchenden Tier möglicherweise gestört gefühlt hat. Eine solche Tat kann und darf nicht geduldet werden. Hierbei handelt es sich um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, den wir selbstverständlich zur Anzeige gebracht haben. Die Stadt Paderborn könnte derartiger Tierquälerei vorbeugen, wenn sie betreute Taubenhäuser einrichten würde. Außerdem sollte sie ihren Beitrag zur sachgemäßen Aufklärung ihrer Bürgerinnen und Bürger leisten, sodass unbegründete Vorurteile gegen die häufig zutiefst missverstandenen Stadttauben kontinuierlich abgebaut werden können. Die im Video zu sehende Stadttaube ist eine Mahnung an die Menschlichkeit. Sie ist kein Einzelfall, steht aber für all diejenigen Stadttauben, die menschlicher Brutalität zum Opfer fallen.